Das heimlich bekannte Business:
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Offiziell existiert in Thailand keine Prostitution.
Inoffiziell arbeiten allerdings – nach vorsichtigen Schätzungen – zwischen 1,5 und 2,8 Millionen Frauen in etwa 60.000 (...als Massagesalons oder Gogo-Bars getarnten) Bordellen. Dabei
spielen – entgegen dem allgemein vorherrschenden Klischee – die Touristen nur eine untergeordnete Rolle, denn mit etwa 4,6 Millionen Kunden pro Jahr stellen die männlichen Thais die mit Abstand größte Gruppe der Puffgänger. Danach folgen die Malayen mit ca. 1 Million Besucher pro Jahr.
In der Statistik der Touristen, die Liebesdienste in Anspruch nehmen, belegen deutsche Farangs (mit ca. 400.000 "aktiven Teilnehmern") hinter den U.S. Amerikanern und den Briten Platz drei.
Alles in allem ein gigantischer Markt, der – nach weiteren vorsichtigen Schätzungen – jährlich rund 27 Milliarden Dollar! umsetzt, und somit etwa 14 % des BIP erwirtschaftet (Schätzung der "International Labour Organisation" – kurz ILO – der UNO).
Besonders im Norden und Nordosten des Landes stellen für sehr viele Familien die Einnahmen der Töchter in den Zentren der Rotlicht-Branche eine unverzichtbare Einkommensquelle dar. So stammen etwa 28 % der nordthailändischen Gesamteinkommen von Frauen, die in den Städten und Touristenzentren als Prostituierte arbeiten.
(Quellenangaben: Wikipedia und Coalition Against Trafficking in Women)
Überflüssig zu erwähnen, dass der Großteil der armen Familien auf dem Land über die Aktivitäten ihrer hübschen Töchter bestens informiert sind, und diesen auch nicht ablehnend gegenüberstehen.
Was nach europäischen Maßstäben undenkbar erscheint, ist nach thailändischer Sichtweise nichts verwerfliches: Prostitution ist solange in Ordnung, wie sie zur finanziellen Unterstützung der armen Eltern auf dem Land beiträgt – was durchaus in das Erziehungskonzept der thailändischen Gesellschaft passt (...siehe auch unsere Seite
"Familie – Mittelpunkt des Lebens").
"falang-sponsor from jöraman"...
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Eine weitere geachtete und beliebte Variante – zur Verbesserung des Einkommens – ist auch "das an Land ziehen" eines oder mehrerer "Sponsoren". Wobei der optimale "Sponsor" etwa wie folgt aussieht:
Älterer, wohlhabender männlicher Farang (westlicher Ausländer), ohne Familienangehörige, mit viel Toleranz und einem großen Herz voller Verständnis für die arme Familie seiner Angebeteten. Im besten Falle, kommt er einmal im Jahr für drei Wochen nach Pattaya, um dort seine Liebste zu besuchen, und mit neuen Geschenken zu verwöhnen (Goldschmuck, Honda Wave, Unterhaltungselektronik, Designerklamotten, etc...). Nach seiner Abreise überweist er jeden Monat schön brav eine bescheidene Summe von – sagen wir mal – mindestens 15.000,- Baht (...etwa 300,- Euro) auf das extra dafür eingerichtete Konto seiner Liebsten in Pattaya. Die überweist wiederum ca. 50% davon an die Familie im Isaan, wo natürlich auch ihre beiden Kinder aus erster Ehe leben. Im Optimalfall kommen dann noch drei weitere Sponsoren dazu (...die natürlich alle glauben, sie wären aufgrund ihrer Einzigartigkeit ohne Konkurrenz).
Geschichten wie diese gibt es wie Sand am Meer, und nicht immer laufen sie so bescheiden und harmlos, wie in der von uns geschilderten Variante ab. Nicht selten wird der Sponsor um seine gesamten Ersparnisse gebracht, und nach bereitwilliger Investition in ein nagelneues Blaudach-Traumhaus in Nordost-Thailand (...das ihm ja nicht gehören darf) zum Teufel gejagt. Ohne vertragliche Absicherungen kann er dann nur noch die Flucht ergreifen; und auch mit diversem Vertragswerk ist es mehr als fraglich, ob er sein Geld wiedersehen wird.
Sehr häufig sind die Betroffenen selber schuld an dem Schaden, der ihnen zugefügt wird, denn oft sind die Absichten, die hinter mehr oder weniger geschickt geheuchelten Liebesschwüren
versteckt werden, ganz offensichtlich für jeden zu erkennen. Zumindest für jeden ausser dem Betroffenen, denn der scheint in einem Paralleluniversum der Wonne zu schweben – und nicht mitzubekommen, was um ihn herum passiert. Oder nicht mitbekommen zu wollen, was um ihn herum passiert...?
Oft genug, nimmt das ganze bizarre Formen an. Was soll man einem z.B. 73jährigen Rentner aus Recklinghausen – der nicht nur die Blüte seiner Jahre schon sehr lange hinter sich gelassen hat, sondern auch noch mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat – antworten, wenn dieser mit verzücktem Blick erzählt, wie sehr er doch von der 26jährigen mandeläugigen Schönheit – die er vor etwa einer Woche in einer Bar kennenlernte – angehimmelt, bewundert und geliebt wird.
Darf man das ernst nehmen? Glaubt er wirklich selbst daran? Kommt ihm niemals der Gedanke hier nur benutzt zu werden?
Die thailändischen Prostituierten in den Gogo Bars, in den Discotheken und unter den Laternen der Freilichtpuffs (...sorry, Straßenstrichs) sind nicht nur Profis im Erwecken von Sehnsüchten nach exotischen Sex in allen Variationen – sondern auch im Erwecken des Retterinstinktes (...Mädchen, ich hol Dich hier raus).
Dass der Preis für "das Rausholen" die ursprünglichen Vorstellungen häufig um ein Vielfaches übertrifft, und nicht selten lebenslange Zahlungen an die Familie beinhaltet, wird dabei oft genug übersehen, oder – mit Hilfe von Selbstsuggestion – bewusst verdrängt.
Aufpassen, und auf dem Teppich bleiben.
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Was kann man also einem Thailandreisenden ohne Erfahrung, der käuflichen Liebesabenteuern vor Ort nicht abgeneigt ist, für Ratschläge mit auf den Weg geben? Reichlich wenige, denn vor Ort – in einer spontanen Situation – sieht die Welt sowieso ganz anders aus, und die meisten Vorsätze sind ruck-zuck verflogen. Wir versuchen es trotzdem mal mit drei Tips (...neben dem groß hinter die Ohren zu schreibenden Rat, der da heißt: "Kondome helfen gegen HIV"):
Langfristige Thai/Farang-Beziehungen:
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Andererseits wollen wir keinesfalls behaupten, dass Thai/Farang-Beziehungen oder Ehen nicht glücklich verlaufen können, denn das wäre nicht nur großer Unsinn, sondern glatt gelogen. Nur ist es dabei von großer Wichtigkeit – und jetzt schließt sich der Kreis – sein Wunschdenken über Bord zu werfen, und sich einfach diversen Tatsachen zu stellen:
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Wer bereit ist, diese – und zahlreiche andere – Eigenarten und Werte zu akzeptieren, sehr viel Geduld bei der Vermittlung der eigenen Maßstäbe mitzubringen, und dann darauf zu warten, dass sich sich step by step kleine Schnittmengen mit Kompromisslösungen bilden – der kann langfristig mit einer thailändischen Partnerin (bzw. einem thailändischen Partner) sehr glücklich werden. Doch bis es soweit ist, werden einige harte Schlachten bevorstehen. Nicht nur untereinander, sondern auch gegen den Rest der Welt.
Spätestens dann, wenn die Planungen und Vorbereitungen für eine gemeinsame Zukunft beginnen, steht der Beziehung die erste Zerreißprobe bevor:
Der Kampf gegen unsinnige bürokratische Barrieren, die – sowohl auf deutscher als auch auf thailändischer Seite – mit aller Macht versuchen, den Planungen so viel Steine wie möglich in den Weg zu legen, kann eine Beziehung wachsen oder zerbrechen lassen.
Denn sowohl Deutschland als auch Thailand legen (...milde gesagt) wenig Wert darauf, dass eine Thai/Farang-Ehe zustande kommt – geschweige denn, dass der eigene Staatsbürger nach der Hochzeit den "fremdartigen" Ehepartner mit in seine Heimat bringt.
Wer trotzdem bereit ist, diesen steinigen Weg auf sich zu nehmen, der darf sich mit einem Papierkrieg auseinandersetzen, der alles bisher erlebte in den Schatten stellt – incl. Behörden-Schikane und Willkür vom feinsten.
Glücklicherweise betrachten einige europäische Nachbarländer (...z.B. Dänemark) das ganze mit wesentlich mehr Toleranz, und bieten schnelle, unkomplizierte Möglichkeiten zur Heirat.
Wer keine Nerven hat, um das alles durchzustehen – dafür aber über ein entsprechendes Budget verfügt, der kann professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
Eine Erfolgsgarantie gibt es beim "Thai/Farang-Beziehungs-Experiment" natürlich nicht... und zwar genau so wenig wie bei jeder anderen Beziehung auch.
Wer diese Seite interessant fand, der sollte auch einen Blick auf unser Thailand-Thema
"Sexualität – bunte Vielfalt" werfen.
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