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Von der Entwicklung der "Red-Shirt" Proteste bis zum
(vorläufigen) gewaltsamen Ende...
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Wenn wir in der folgenden Chronologie die Bezeichnung "Red-Shirts" benutzen, so meinen wir damit die Aktivisten der "UDD", was wiederum soviel wie "Vereinigte Front für Demokratie gegen die Diktatur" bedeutet. Die Bewegung der "Red-Shirts" besteht zum Großteil aus Wählern/Anhängern der aufgelösten Thaksin Partei "Thai-Rak-Thai" (...bedeutet übersetzt "Thailänder lieben Thailänder") und deren Folgeparteien.
Bis zum blutigen Ende der Demonstrationen am 13. April 2009 war Thaksin Shinawatra Drahtzieher und Guru dieser Bewegung.
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...31. Januar 2009:
Geschätzte 30.000 "Red-Shirts" trafen zu einer "UDD" Kundgebung am Sanam Luang in Bangkok zusammen, und zogen gegen Abend zum Regierungssitz, wo sie eine Liste mit Forderungen verlasen.
Der Kernpunkt dieser Forderungen konzentrierte sich auf ein Ultimatum, in dem verlangt wurde, das Parlament bis zum 15. Februar 2009 aufzulösen, und somit den Weg für Neuwahlen freizugeben. Sollte dies nicht geschehen, würde man mit den Demonstrationen solange fortfahren, bis das Land im Chaos versinken würde.
Desweiteren wurde der Rücktritt von Außenminister Kasit Piromya wegen seiner angeblichen Verbindungen zur "PAD" und seiner angeblichen Beteiligung an den Besetzungen der Flughäfen Ende 2008 gefordert.
Zusätzlich wurde eine Anklage aller Personen verlangt, denen eine Beteiligung an den Flughafenbesetzungen nachgewiesen werden könne.
(Abbildung unten: "Red-Shirts" am Regierungssitz.)

...26. März 2009:
Nachdem die Regierung unter Premierminister Abhisit auf das von der "UDD" gestellte Ultimatum – und auch auf die darauf folgende Verlängerung – nicht mit Zustimmung reagierte, versammelten sich Tausende von Thaksin-Anhängern in roten T-Shirts erneut in Bangkok, um die bereits Ende Januar avisierte heiße Phase der Proteste einzuleiten, durch die der Ministerpräsident und seine Regierung zum Rücktritt gedrängt werden sollten.
Angetrieben wurden die versammelten Menschenmassen von Thaksin Shinawatra "himself", der von diesem Zeitpunkt an fast allabendlich aufpeitschende Ansprachen per Telefon-und Video-Link – von seinen häufig wechselnden ausländischen Zufluchtsorten – an die "UDD"-Anhänger in ganz Thailand schickte.
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...27. März 2009:
Nach einigen unkonkreten Anspielungen in vorhergehenden Phone-Ins machte Thaksin an diesem Abend ernst, und beschuldigte den Präsident des Staatsrates, General Prem Tinsulanonda – sowie General Surayud Chulanont (...den damaligen Premier der Übergangsregierung) die Drahtzieher des friedlich verlaufenen Staatsstreiches zu sein, durch den die Thaksin Regierung am 19. September 2006 entmachtet wurde.
...28. März 2009:
Sowohl General Prem Tinsulanonda als auch General Surayud Chulanont wiesen Thaksins Anschuldigungen zurück, und bekräftigten dagegen in keinster Weise in den Putsch involviert gewesen zu sein. Nachdem zahlreiche "Red-Shirts" zum Haus Prem Tinsulanonda gezogen waren und dort eine Strohpuppe verbrannten, wurden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Polizisten und Soldaten wurden abkommandiert um Straßensperren zu errichten, und das Haus des Generals zu bewachen.
...02. April 2009:
"Red-Shirt" Führer Jatuporn Prompan kündigte an, dass eine neue Massendemonstration für den 08. April angesetzt sei, in deren Verlauf man sowohl Premierminister Abhisit Vejjajiva als auch General Prem Tinsulanonda und den Staatsrat zum Rücktritt drängen werde.
...03. April 2009:
Die vom stellvertretenden Ministerpräsidenten Suthep Thaugsuban offiziell bekanntgegebene Einladung an Thaksin – um mit der Regierung Verhandlungen über eine Lösung aufzunehmen – wurde von diesem umgehend abgelehnt. Gleichzeitig forderte Thaksin seine Anhänger auf, alle Kraft und Energie in die anstehende Großveranstaltung am 08. April zu setzen.
(Abbildung unten: Thaksin in einem seiner unzähligen Video-Links.)

...07. April 2009:
Eine Nachricht sorgte in der thailändischen Presse für wilde Spekulationen: Sowohl die drei Kinder Thaksins als auch seine Exfrau Pojaman und sein Schwager, der frühere Regierungschef Somchai Wongsawat, hatten Thailand kurzfristig in einer "Nacht-und-Nebel-Aktion" verlassen.
Am selben Tag befand sich Premierminister Abhisit auf einer Sitzung in Pattaya. Die Rückfahrt nach Bangkok gestaltete sich kompliziert, da die "Red-Shirts" eine der Hauptstraßen in Pattaya blockiert hatten. Abhisits Wagen saß nicht nur fest, sondern wurde auch attackiert und beschädigt.
...08. April 2009:
Mehr als 60.000 "Red-Shirts" trafen am Tag der angekündigten Massendemonstration mit Bussen aus diversen Provinzen wie Chiang Mai, Udon Thani oder Korat in Bangkok ein, um den Druck vor dem Regierungsgebäude zu erhöhen.
Gegen Mittag gelang es den Demonstranten, mehrere Barrikaden zur Sri Ayutthaya Road zu durchbrechen, wo die verschanzte und von Feuerwehrfahrzeugen und Spezialeinheiten abgesicherte Residenz von General Prem Tinsulanonda liegt. Hier machten die "Red-Shirts" halt, bauten eine Bühne auf und forderten über Lautsprecher den Rücktritt des obersten Beraters des Königs.
...09. April 2009:
Die mit der "UDD" sympathisierenden Taxifahrer blockierten wichtige Haupt-und Zufahrtstraßen um das Victory Monument – mit dem Erfolg, dass das ohnehin völlig überlastete Verkehrsnetz kurzfristig völlig zusammenbrach.
Um die Situation in der Hauptstadt nicht eskalieren zu lassen, erklärte Premierminister Abhisit in einer Ansprache, dass er den 10. April in diesem Jahr zu einem einmaligen Feiertag machen werde.
Trotzdem kam es in einigen Bezirken Bangkoks am Freitag-Vormittag zu Spannungen, da die Verkehrsblockaden der Taxifahrer nicht bei allen Teilen der Bevölkerung auf Verständnis stießen.
Das Video aus dem südlichen Innenstadtbezirk Sathorn spricht Bände.
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...10. April 2009:
Am Freitag Vormittag wurde Premierminister Abhisit per Hubschrauber von Bangkok in das Royal Cliff Beach Resort Hotel in Pattaya gebracht, um dort den 14. ASEAN-Gipfel zu eröffnen. Der Gipfel war extra von Bangkok nach Pattaya verlegt worden, um nicht in die "UDD"-Demonstrationen zu geraten. Das Royal Cliff Beach Resort wurde von mehreren Seiten abgeriegelt, um eine Störung durch die "Red-Shirts" verhindern zu können.
Die machten sich jedoch bereits im Laufe des Tages auf den Weg, um das Zentrum ihrer Demonstrationen von Bangkok nun nach Pattaya zu verlegen.
Das angebliche Ziel der "UDD" war die Übergabe eines Briefes an die auf dem Gipfel vertretenen asiatischen Führer, in dem erklärt wurde, dass Premierminister Abhisit nicht auf demokratischem Weg zu seinem Amt gekommen ist.
...11. April 2009:
Am frühen Samstagmorgen, machten sich die etwa 1000 Demonstranten, die teilweise schon im Laufe des Freitag von Bangkok kommend in Pattaya angereisten waren, auf den Weg zum Royal Cliff Beach Resort Hotel – angeblich nur, um dort den auf dem Gipfel vertretenen asiatischen Führern den Brief zu übergeben.
Allerdings ließ die üppige Bewaffnung der "Red-Shirts" (Schlagstöcke, Eisenstangen, Äxte, Molotow-Cocktails, etc...) darauf schließen, dass es sich bei der Briefübergabe mehr oder weniger um eine Alibifunktion handelte.
Derweilen hatte sich vor dem Versammlungsort bereits eine nicht bekannte Menge angereister – und ebenfalls stolz bewaffneter – Gegendemonstranten versammelt, um die Regierungsgegnern aufzuhalten. Bei diesen dunkelblau gekleideten, regierungsfreundlichen Demonstranten handelte es sich nach inoffiziellen Angaben um gewaltbereite Anhänger des umstrittenen Koalitionspartners Newin.
Schnell gerieten die beiden Gruppen aneinander, wobei ein Regierungsgegner von einem regierungsfreundlichen Demonstranten angeschossen wurde. Danach geriet die Situation ausser Kontrolle, und die – zahlenmäßig überlegenen – "Red-Shirts" begannen gegen Mittag mit dem Sturm auf das Royal Cliff Beach Resort Hotel.
Premierminister Abhist verhängte umgehend den Ausnahmezustand sowohl für Pattaya als auch für Chonburi, und erklärte den Asean-Gipfel für beendet. Die acht bereits eingetroffenen Regierungschefs (...darunter auch Chinas Regierungschef Wen Jiabao) wurden per Helikopter in Sicherheit gebracht.
Es war bereits das zweite mal, dass das Gipfel-Treffen in Thailand wegen politischen Unruhen abgesagt werden musste.
Nachdem die Demonstranten in das Gelände eingedrungen waren, Scheiben zertrümmert hatten und triumphierend durch die Lobby gezogen waren, wurde das Pressezentrum von ihnen besetzt. Dort wurde von einem Sprecher der Demonstranten betont, dass sich der Zorn nicht gegen die – bereits evakuierten – Staatsgäste richte, sondern einzig und allein gegen die Regierung Abhisit sowie die Verursacher des Putsches gegen den früheren Premierminister Thaksin.
Hier gibts gute Fotos zum Thema:
• Fotostrecke "FAZ"
P.S.: Bereits gegen Abend wurde der Ausnahmezustand in Pattaya und Chonburi wieder beendet.
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...12. April 2009:
Gegen Morgen wurde der "UDD" ("United Front for Democracy against Dictatorship") Führer Arisamun Pongruangrong festgenommen und nach Don Mueang gebracht, wo er dem Militär übergeben wurde. Arisamun leitete die Aktion der "Red-Shirts" in Pattaya, und war damit einer der Hauptverantwortlichen für die Ausschreitungen vor und auf dem Gelände des Royal Cliff Beach Resort Hotels – sowie dem damit verbundenen Abbruch des Asean-Gipfels. Ausserdem wurde ihm ein Aufruf zur Entführung von Premier Abhisit vorgeworfen.
Als Reaktion auf den geplatzten Gipfel kündigte PM Abhisit am Sonntagmorgen ein hartes Durchgreifen an. Die Rädelsführer dieser Aktion müssten bestraft werden, und die Ordnung müsse dringend wieder hergestellt werden.
Zu diesem Zweck rief Abhisit den Ausnahmezustand in Bangkok und Umgebung aus – was unter anderem bedeutete, dass Versammlungen von mehr als fünf Leuten verboten waren. An wichtigen Punkten Bangkoks bezogen Panzer und Soldaten Stellung. Wie ein Armeesprecher im Laufe des Tages sagte, ging es vor allem um die Absicherung öffentlicher Gebäude.
Mindestens 50 "Red-Shirts" stürmten daraufhin das Innenministerium (...siehe auch BBC-Video), in dem sich auch der Premierminister zu dieser Zeit befand. Abhisit konnte zwar die Flucht ergreifen, doch wurde sein Wagen beim Verlassen des Ministerium von der rasenden Menge in die Zange genommen. Das folgende Video verdeutlicht, wie eng es in dieser Situation für den Premier wurde...
Als der verhaftete UDD-Führer Arisamun Pongruangrong dem Haftrichter vorgeführt werden sollte, wurden von den "Red-Shirts" weitere Straßenzüge blockiert. Vor dem Siam Paragon wurden zwei gepanzerte Polizeifahrzeuge gekapert.
Hier gibts die besten Fotos zum Thema:
• Fotostrecke "Spiegel Online"
Gegen Abend rief der gestürzte Premierminister Thaksin erneut bei seinen "Red-Shirt" Anhängern an. Bei diesem Phone-In forderte er die Bevölkerung auf, sich den Protesten der "UDD" anzuschließen, da nun der richtige Zeitpunkt gekommen sei, sich gegen die Regierung zu erheben. Die Zeit sei jetzt reif für die anstehende Revolution, und er (Thaksin) sei bereit, den Aufstand in Thailand anzuführen.
...13. April 2009:
Gegen 04:00 Uhr morgens begann Thailands Armee gegen die Demonstranten vorzugehen, um das besetzte "Victory Monument" an der Din Daeng Kreuzung (ca. 2 km vor dem Regierungsgebäude) zu räumen.
Laut Panitan Wattanayagorn, dem Regierungssprecher Thailands wurden alle Angebote zur Beendigung der Demonstrationen seitens der "UDD"-Aktivisten abgelehnt. Des weiteren wurde der am 12. 04. verhängte Ausnahmezustand, der eine Versammlung von mehr als fünf Personen ausschliesst, nach wie vor ignoriert.
Laut Angaben der Armee waren etwa 400 Soldaten gegen 300 Demonstranten der "UDD" vorgerückt. Es seien Warnschüsse abgegeben worden, nachdem die Demonstranten angefangen hätten Molotow-Cocktails und Tränengasbomben auf die Soldaten zu werfen. Außerdem hätten die "Red-Shirts" mit Fahrzeugen mutwillig Soldaten umgefahren.
Die Variante der UDD sah folgendermaßen aus: Die Soldaten wären vorgerückt, hätten das Feuer grundlos auf die Menge eröffnet, und dabei mindestens zwei Menschen getötet.
Filmaufnahmen zeigen, wie die Demonstranten Busse als Waffen einsetzten, und diese auf die anrückenden Soldaten steuerten.
Zwischen Blockaden aus gekaperten Stadtbussen und brennenden Reifen entwickelte sich ein heftiger Straßenkampf, bei dem um jeden Meter gekämpft wurde, und – laut Armee – von beiden Seiten mit scharfer Munition geschossen wurde. Die "UDD" stritt das ab, und behauptete, dass nur von den Soldaten geschossen worden sei.
Gegen Mittag berichtete dann "The Nation" in Ihren Breaking News, dass die Demonstranten in Ding Daeng einen Gastanklastwagen in eine Wohngegend gefahren hätten, und damit gedroht hätten selbigen in die Luft zu sprengen. Unter Beihilfe der Anwohner konnte das Militär den Lastwagen später aus der Siedlung entfernen.
In den Fernsehnachrichten war auf mehreren Sendern zu sehen, dass sich auch Teile der Bevölkerung am Vorgehen gegen die Demonstranten beteiligten, indem sie z.B. Straßensperren beseitigten. Dabei wurden angeblich zwei Männer von "Red-Shirts" auf einem vorbeifahrenden Motorrad angeschossen. Laut TV-Nachrichten verstarben beide Männer noch am gleichen Abend im Hua-Chiau Krankenhaus an den ihnen zugefügten Schusswunden.
Nach heftigen Kämpfen gelang es den Soldaten im Laufe des Tages einige wichtige Punkte mehr oder weniger zu räumen – beim "Victory Monument" klappte es erst im zweiten Anlauf, da es zwischendurch von den Demonstranten zurückerobert wurde.
Trauriges Fazit dieses Tages: Etwa 130 Verletzte und 2 Tote.
• Videolink 1 (BBC News):
"Thai troops charge at protesters"
• Videolink 2 (Tagesschau):
"Politische Krise in Bangkok verschärft sich weiter"
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Die Regierung versuchte währenddessen am Nachmittag, ausländische Touristen und Expats mit einer auf Englisch verlesenen Erklärung im Fernsehen zu beruhigen. Die Armee arbeite fieberhaft daran, sowohl alle strategisch wichtigen Einrichtungen als auch die Flughäfen zu sichern.
Aus offensichtlich nachvollziehbaren Gründen wollte man nämlich die Wiederholung einer Flughafenbesetzung unbedingt vermeiden.
Der im September 2006 gestürzte Ex-PM Thaksin – die Gallionsfigur der roten Bewegung – erklärte am späten Nachmittag in einem CNN Interview, dass die Ereignisse falsch dargestellt worden seien, weil es sich bei den Demonstrationen der UDD auch an diesem Tag nur um einen friedlichen Protest im Sinne der Demokratie gehandelt hätte.
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Das (vorläufige) Ende der Revolte:
...14. April 2009:
Das Militär hatte die Protestler, deren Zahl sich durch Rückzügler im Laufe des Montags auf etwa 2000-3000 Personen reduziert hatte, am Dienstagmorgen komplett eingekreist, alle Zufahrtsstraßen mit Barrieren und Stacheldraht versperrt und zog den Belagerungsring immer enger. Auch einer Gruppe von Abgeordneten der Thaksin-treuen "Pheu Thai"-Partei wurde der Weg zu den eingekesselten Demonstranten versperrt.
Zwischen 10:00 und 11:00 Uhr Ortszeit machte die Armee den Demonstranten das Angebot, dass kein Schuss mehr fallen würde, wenn die Protestler im Gegenzug dazu die Demonstration friedlich beenden würden.
Aufgrund der Ausweglosigkeit der Lage forderte "Red-Shirts" Anführer Veera Musikapong seine Mitstreiter mit folgenden Worten auf, den Widerstand aufzugeben: "Alle meine Brüder und Schwestern bitte ich, gebt auf und besteigt die Busse, die von der Polizei bereitgestellt wurden. Wir müssen das Leben jedes unschuldigen Bürgers bewahren, dessen Ziel nichts anderes war, als die Demokratie zurückzubringen".
Doch nicht bei allen Aktivisten fand diese Aufforderung Zustimmung, denn kurz danach gingen vor den näherrückenden Soldaten zwei große Busse in Flammen auf. Per Lautsprecher riefen kampfbereite Hardcore-Demonstranten den Militärs Drohungen bezüglich einer möglichen Detonation versteckter Bomben entgegen. Nach erneuten internen Diskussionen schaffte es Veera Musikapong wohl irgendwie auch die Hardliner davon zu überzeugen, dass es besser sei jetzt aufzugeben.
Nach der Kapitulation mussten sich alle Demonstranten an den Sicherheitssperren von den Soldaten fotografieren lassen und ihre ID-Card Nummern angeben. Danach wurden die Protestler in Busse verfrachtet, die sie in ihre Heimatregionen zurückbrachten.
3 "Red-Shirt" Anführer wurden dagegen sogleich von einem massiven Polizeiaufgebot ins Hauptquartier der Polizei in Bangkok gebracht.
Insgesamt stellten die thailändischen Behörden 14 Haftbefehle aus, denn neben 10 weiteren "Red-Shirt" Anführer, war man natürlich besonders an der Ergreifung der 14ten Person interessiert – Thaksin Shinawatra, dem Mann im Hintergrund, denn schließlich hatte der gestürzte und im Ausland verweilende Ex-Premier durch zahlreiche "Phone-ins" nicht nur die Stimmung der Demonstranten angeheizt, sondern unmissverständlich zur Revolution aufgerufen. In seinen letzten "Phone-ins" betonte er mehrfach, dass er am 13. 04. nach Bangkok kommen werde, um die Revolution persönlich anzuführen. In diesem Fall täuschte er seine Anhänger allerdings, und ob die es ihm verzeihen werden wird die Zukunft zeigen.
Die festgenommenen Anführer werden die von Thaksin initiierte Misere nämlich ausbaden dürfen, und müssen mit harten Strafen wegen Gewalt, Verletzung des Friedens, öffentlicher Störung und illegaler Versammlung während des Ausnahmezustandes rechnen. Glaubt man "The Nation", dann werden sie dafür mindesten 5 Jahre in einem thailändischen Gefängnis absitzen müssen.
Insgesamt gab es bei den Ausschreitungen am 13. 04. 09 in Bangkok etwa 130 Verletzte und 2 Tote.
...24. April 2009:
Premierminister Abhisit Vejjajiva hob den Ausnahmezustand wieder auf, der 12 Tage zuvor von ihm über Bangkok und 5 umliegende Provinzen verhängt worden war, um die gewalttätigen Proteste der "United Front for Democracy against Dictatorship" unter Kontrolle bekommen zu können.
Nach einer zwei Tage andauernden Sondersitzung am 22. und 23. 04. – in der das Vorgehen des Militärs am 13. 04. 09 in Bangkok von der Opposition aufs Schärfste kritisiert wurde – erklärte Abhisit, er habe die Aufhebung des Ausnahmezustandes beschlossen, um die Aufrichtigkeit der Regierung bei ihren Bemühungen nach einer nationalen Aussöhnung zu unterstreichen.
Kleine Gruppen von Soldaten begannen bereits im Laufe des Vormittags damit, sich von verschiedenen Orten in der Hauptstadt zurückzuziehen.
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WEITER ZUR ZEITGESCHICHTE "TEIL 4":
Politik (2010) "Die Rote Revolte/part 2"
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