
Nord-Thailand besteht aus einer etwa 170.000 qkm großen Gesamtfläche, die an Burma und Laos grenzt, und ist als Wiege der
frühesten thailändischen Zivilisation bekannt (Sukhothai). Einzigartige geologische und archäologische Schätze wurden und werden hier immer noch gefunden.
Im Norden (...in der Provinz Chiang Mai) befindet sich mit 2.565 Metern Höhe am Doi Inthanon auch der höchste Punkt des Landes. Fruchtbare Täler sowie riesige Urwälder mit Flüssen und Wasserfällen kennzeichnen die Region, die zu den eindrucksvollsten des Landes gehört. Es gibt vier wichtige Flüsse, die Yom, Ping, Wang und Nan heißen. Das Klima ist im Norden – besonders zwischen Dezember und Februar – um einiges kühler als im übrigen Thailand. Dann kann es in den Bergen sogar zu Nachtfrost kommen.
Der nördlichen Region werden die folgenden 17 Provinzen zugeordnet:
01. Chiang Mai
02. Chiang Rai
03. Kamphaeng Phet
04. Lampang
05. Lamphun
06. Mae Hong Son
07. Nakhon Sawan
08. Nan
09. Phayao
10. Phetchabun
11. Phichit
12. Phitsanulok
13. Phrae
14. Sukhothai
15. Tak
16. Uthai Thani
17. Uttaradit
Unbedingt sehenswert im Norden Thailands:
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Der Norden ist sowohl an kulturellen als auch landschaftlichen Highlights kaum zu toppen (...abgesehen davon, dass Beach-Fans hier nicht auf ihre Kosten kommen – denn er hat weder Meer noch Strände zu bieten). Neben dem kulturellen Glanzlicht Sukhothai konzentriert sich ein großer Teil der nördlichen Sehenswürdigkeiten auf die Stadt Chiang Mai und deren Umgebung. Grund genug für thailandblick.com dieser interessanten Stadt ein kleines SPECIAL zu widmen.
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Momentan kein gesteigertes Interesse an Chiang Mai?
Kein Problem – denn neben der "Rose des Nordens" hat die Nordregion noch mehr als genug andere Highlights zu bieten.
Ein paar davon möchten wir hier vorstellen:
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Der Nationalpark Doi Inthanon mit der höchsten Erhebung Thailands, liegt zwar außerhalb der Stadt Chiang Mai, gehört aber immerhin zur gleichnamigen Provinz und wurde daher ins Chiang Mai-Special integriert.
Umgebung von Chiang Mai/Doi Inthanon
Bor Sang – oder eher noch als Umbrella Village bekannt – ist ein kleiner Ort, der desgleichen außerhalb der Stadt Chiang Mai liegt, aber auch zur gleichnamigen Provinz gehört. Die Beschreibung wurde daher ebenfalls ins Chiang Mai-Special integriert.
Umgebung von Chiang Mai/Bor Sang
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Mae Sai ist die nördlichste Stadt Thailands. Sie liegt ca. 60 km von der Provinzhauptstadt Chiang Rai entfernt. In Mae Sai befindet sich der Hauptgrenzübergang von Thailand nach Myanmar (Birma) – und zwar an der Stelle, wo die Phahonyothin Road (als Brücke) den Mae Sai River zur Stadt Tachilek (Birma) überquert.
Tagesausflüge von Thailand nach Myanmar lassen sich hier einfach und bequem ohne Extra-Visum oder Stempel im Reisepass vornehmen. Der Pass wird gegen eine Quittung bei den Thai-Behörden hinterlegt. Diese Quittung wird gegen eine neue Quittung bei den Burmesischen Behörden hinterlegt (...die Formalitäten kosten für Ausländer ca. 5 US-Dollar und für Thai ca. 5 Bhat). Danach kann man sich einen schönen Einkaufstag auf dem Markt in Tachilek machen.
WICHTIG: Vorher nochmal checken, wann die Grenze geschlossen wird (normalerweise gegen 17:00 Uhr). Bei der Einreise nach Thailand wird dann wieder Quittung gegen Quittung und Quittung gegen Reisepass getauscht.
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Tour-Special Phitsanulok/Sukhothai:
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Jeder, der den Norden Thailands bereits – und kulturellen Dingen nicht abgeneigt ist – sollte unbedingt einen separaten Tag für den Besuch des Sukhothai Historical Park (...UNESCO Weltkulturerbe) einplanen. Es ist eine Reise zum Ursprung der frühesten thailändischen Zivilisation, die in ihrer Ästhetik und Perfektion als Vorbild für alle folgenden Epochen galt.
Das Gefühl, dass bestimmte Orte eine Magie ausstrahlen können, hatte ich bisher zweimal in Thailand:
Das erste Mal im Wat Tha Sung in der Provinz Uthai Thani (...findest Du unter
Weitere Sehenswürdigkeiten im Norden Thailands) und das zweite Mal im Sukhothai Historical Park.
Bevor ich ich nun aber – aufgrund meiner magischen Abschweifungen – in die Transzendenz und Esoterik-Schublade gesteckt werde, kehre ich lieber schnell in die Realität zurück, und komme auf direktem Wege zu den Anreisemöglichkeiten von Bangkok nach Sukhothai:
Sukhothai liegt etwa 450 km in nordwestlicher Richtung von Bangkok entfernt, und verfügt über einen eigenen Flughafen und einen Busbahnhof.
Ein "Special Express Diesel Rail Car/2. class" Ticket von Bangkok nach Phitsanulok kostet etwa 450,- Baht, und beinhaltet neben freundlichem Service und bequemen Sitzen auch eine kostenlose Verpflegung (...warmes Thai-Essen, Getränke, Kaffee und Kuchen), an der es nichts auszusetzen gibt. Die Fahrt dauert etwa 5 Stunden.Wer keine Lust auf die Bahnfahrt hat, Phitsanulok aber trotzdem mitnehmen möchte, der kann die Stadt auch von Bangkok aus – mit
Thai Airways – zweimal täglich (...beide Male nachmittags) direkt anfliegen. Der Preis für ein einfaches Ticket beträgt etwa 1.500,- Baht.
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Überlegungen im Vorfeld:
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Da wir uns bei unserem Bangkok/Chiang Mai-Trip – mit Zwischenstop in Phitsanulok und Sukhothai – für eine Reise per Bahn entschieden hatten, benötigten wir für die Hinreise pro Person zwei Tickets:
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Bereits kurz nach der Ankunft am Bahnhof von Phisanulok (...der übrigens von dem deutschen Architekten Karl Döring zwischen
1906 und 1912 entworfen und gebaut wurde) merkt man, dass diese Stadt kein Touristenort ist, denn man wird nicht von Taxi oder TukTuk-Fahrern abgefangen und bedrängt. Im Gegenteil: Es sind kaum genug Taxis vorhanden, um die wenigen ankommenden Touristen aufzunehmen. Da wir nur leichtes Gepäck dabei haben – und außerdem lange genug gesessen haben – entscheiden wir uns für einen kleinen Fußmarsch zu dem vorab gebuchten
Hotel Pailyn in der Baromatrailokanart Road im Zentrum der Stadt, mit Blick auf den Nan-River.
Das Hotel erweist sich – nach unserem Empfinden – als gute Wahl. Geschmackvolles thailändisches Ambiente, familiäre Atmosphäre, guter Service, saubere Zimmer und ein klasse Frühstücksbuffet bestätigen uns in unserer Auswahl.
Am frühen Abend machen wir uns auf den Weg zum kleinen Nightmarket von Phitsanulok, der natürlich in keinster Weise mit dem Nightmarket einer Großstadt zu vergleichen ist: Im Grunde besteht er aus einer Art Promenade, die am Nan-River entlangführt, und durch eine mittig angelegte Reihe kleiner Gebäude in zwei Seiten aufgeteilt wurde. An der einen – zur Straße gelegenen Seite – reihen sich dicht an dicht die üblichen Stände eines thailändischen Wochenmarktes. An der anderen – zum Flußufer gelegenen Seite befinden sich ausschließlich Restaurants, Garküchen sowie ein großer ansprechender Biergarten, in dem wir es uns erst mal zur Stärkung bequem machen. Erster Eindruck: Über die Qualität des Essens, den Service und vor allem die Preise kann man sich sicherlich nicht beschweren.
Wieder zurück im Hotel, werfen wir noch einen Blick in den hauseigenen Club, der auf der Pailyn-Website wie folgt beschrieben wird:
"...For our guests who like soft lights and sweet music why not try our Mitchel Club."
Glücklicherweise ist die Musik doch eher fetzig als sweet. Die sexy Tanzeinlagen der jungen Damen (...weder billig noch ordinär) runden das positive Gesamtbild ab.
Am nächsten Morgen machen wir uns – nach einer üppigen Runde Frühstücksbuffet – auf, um die Stadt, deren Geschichte bis ins 11. Jahrhundert zurückgeht, etwas genauer zu erkunden.
Dabei fällt schon nach kurzer Zeit auf, dass die Stadt mit einem – für thailändische Verhältnisse – ungewöhnlich modernen, gepflegten und aufgeräumten Erscheinungsbild glänzt. Sicherlich ist das unter anderem darauf zurück zu führen, dass das "jetzige Phitsanulok" noch nicht so alt ist, denn nachdem das "frühere Phitsanulok" nach einem Großfeuer im Jahre 1957 (...bis auf das Heiligtum Wat Phra Sri Rattana Mahathat) so gut wie komplett zerstört wurde, baute man die Stadt ein paar Kilometer nördlich komplett neu auf.
Doch es fällt noch etwas anders auf: Das Seeufer und die Straßen sind frei von Abfällen jeglicher Art, streunende Hunde sind kaum vorhanden, der Straßenverkehr ist anscheinend gut organisiert und selbst – die in jeder thailändischen Stadt präsenten – Wellblechhütten sucht man vergeblich. Im Klartext: Man merkt, dass hier Regionalpolitiker am Werk sind, die nicht nur in die eigene Tasche denken, sondern sich vor allem um die Stadt und deren Bewohner kümmern. Und darauf ist man auch sehr stolz in Phitsanulok. In der kleinen Hochglanzbroschüre der Stadt erfährt man zum Beispiel, dass Phitsanulok seit 2002 regelmäßig Preise und Auszeichnungen für beste Regionalpolitik absahnt, die ganz offensichtlich auch in Form von guten Lebensbedingungen an die Stadtbewohner weitergegeben werden. Der Hammer: Phisanulok ist die einzige Stadt Thailands, bei der ein System zur Mülltrennung zum tragen kommt. Dieses System wurde von der GTZ (Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GmbH) als Pilotprojekt zwischen 2003 und 2006 entwickelt, und mit 2.454.000,- Euro deutscher Entwicklungshilfe bezuschusst. Nähere Infos zu dem Projekt gibt es als download auf der
GTZ Website. (en-factsheet-solid-waste-management-thailand.pdf)
Alles sehr untypisch für eine thailändische Durchschnittsstadt.
Doch kommen wir nun zum eigentlichen Highlight der Stadt Phitsanulok:
Wat Phra Sri Rattana Mahathat (...von den Thais auch kurz Wat Yai genannt) ist ein Tempel, der sich in ganz Thailand hoher Bekanntheit und Beliebtheit erfreut, da er die – nach dem
Smaragdbuddha im Wat Phra Khaeo – am höchsten verehrte Buddhastatue Thailands enthält, den Phra Buddha Chinarat.
Wat Yai ist eine Kategorie 1 Tempelanlage und liegt direkt am Ufer des Nan-Flusses in unmittelbarer Nähe der Naresuan-Brücke. Erbaut wurde der Tempel 1357 unter König Thammaracha I. von Sukhothai.
Die auffälligste Erscheinung des Tempels ist ein etwa 35 Meter hoher Prang im Ayutthaya-Stil, der im oberen Bereich eine Nische mit Buddha-Reliquien enthält. Nicht weit vom Prang kommt man zu den Ruinen eines weiteren Tempelgebäudes, das eine große stehende Buddha-Figur umrahmt, die – nach meinem Geschmack – etwas zu modern restauriert wurde.
Auf der sehr großzügig angelegten Fläche der Anlage geht es ansonsten recht unkonventionell zu: Neben dort lebenden Hunden und Katzen tummeln sich zahlreiche Schulklassen und auch Verkäufer auf dem Gelände. Interessanterweise bestand die Hausaufgabe der Schülerinnen und Schüler – am Tag unseres Besuches – darin, Interviews mit Farang-Besuchern in englischer Sprache auf dem Tempelgelände durchzuführen.
Im Rahmen unseres Rundgangs gelangen wir dann irgendwann zum Wilhan, dem Ort für öffentliche Festlichkeiten – und hier befindet sich auch das Heiligtum der Anlage.
Obwohl die mit aufwendigen Perlmutteinlagen verzierten Eingangstüren schon beeindruckend wirken, stehen sie in keinem Verhältnis zu dem, was den Besucher dahinter erwartet: Aufwendig gearbeitete schwarz/goldene Säulen bilden eine Art Allee, die den Blick zielstrebig auf einen üppig verzierten Altar lenken, auf dem die heilige Statue thront. Die rote Decke und die vielen Goldtöne verstärken die feierliche Atmosphäre des Raumes. Die Wandmalereien zeigen Szenen aus Buddhas Leben.
Die Statue des Phra Buddha Chinarat ist der definitive Mittelpunkt des Raumes. Ihrer beeindruckenden Ausstrahlung kann man sich nicht entziehen (...und man will es auch gar nicht). Nachvollziehbar, dass dieses Buddha-Bildnis als das schönste und klassischste in ganz Thailand gilt. Daher wurden auch – auf vielfachen Wunsch – zwei 1:1 Kopien dieser Buddha-Statue angefertigt. Eine davon steht im Wat Benchamabophit in Bangkok, die andere im Wat Saranat Thammaram in Rayong. Aber wie gesagt, das sind eben nur Kopien. Es ist schon ein anderes Gefühl, dem Original gegenüber zu stehen.
Als wir am späten Nachmittag den Tempel schließlich verlassen, nehmen wir auf dem Weg zum Hotel noch eine Erfrischung zu uns. Inzwischen ist es dunkel geworden, und wir erleben auf dem Rest des Rückweges am Ufer des Nan-Flusses eine angenehme Überraschung. In Vorbereitung auf das anstehende Loi Krathong-Fest (Lichter-Fest), wurden – während unserer Abwesenheit, im Laufe des Nachmittags – über hundert wunderschöne,
handgefertigte, lebensgroße und aufwendig beleuchtete Figuren aus Draht und Papier in kleinen Grüppchen am Flußufer aufgestellt. Die angrenzenden Baumgruppen und Sträucher sind mit farbigen Lichterketten bestückt worden, und präsentieren die ausgestellten Tiere und Fabelwesen in einem angenehmen warmen Licht. Staunend bummeln wir durch die beleuchteten Szenarien, und bedauern schon jetzt, dass wir Loi Krathong nicht hier sein werden.
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Tour nach Sukhothai:
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Nach langem hin und her, haben wir uns noch am gestrigen Tag dazu entschlossen, nicht in der Stadt nach einem Taxi für die Tour nach Sukhothai zu suchen, sondern den teureren Tour-Service des Hotels zu nutzen (...man gönnt sich ja sonst nichts). Spaß beiseite, Hintergrund dieser Entscheidung war die Überlegung, dass speziell die Tour nach Sukhothai einfach zu wichtig ist, um hier irgendwelche Risiken einzugehen, die den Genuss trüben könnten – denn speziell beim Thema Taxi, hat man in Thailand ja schon oft Pferde kotzen sehen.
Am nächsten Morgen treffen wir – nach einem ausgiebigen Früstück – unseren Chauffeur gegen 10:30 Uhr an der Hotelrezeption, und machen uns gut gelaunt (im komfortablen Minibus!) auf die Reise zum etwa 80 km entfernten Sukhothai Historical Park.
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Im 11. Jahrhundert wurden weite Teile des heutigen Zentral-Thailands vom Khmer-Reich (...dem heutigen Kambodscha) kontrolliert. Unter Jayavarman VII., der den Thron 1181 in Angkor bestieg, wurde das Reich der "Khmer" noch um das untere Becken des Chao Phraya bis Nakhon Pathom erweitert. Nördlich wurden die Gebiete bis Vientiane im heutigen Laos vergrößert und im Süden kamen noch große Teile der Malayischen Halbinsel hinzu.
(Oben: Darstellung des Angkor Wat aus dem Buch "Voyage au Cambodge: I'architecture Khmer" (1880) des Zeichners Louis Delaporte.)
Nach Jayavarman VII. begann die Macht des "Khmer"-Reiches zu bröckeln. Innenpolitische Fehlentscheidungen, Versorgungsengpässe und eine schlecht organisierte Kontrolle der eingenommenen Provinzen in Siam führten zu einer drastischen Schwächung des Reiches.
Den Siamesen blieb das natürlich nicht verborgen – und so begann der Wiederstand kleiner, eigenständiger siamesischer Dynastien – die sich zwischen 850 und 1000 gegründet hatten – gegen die "Khmer" Eindringlinge zu wachsen. In heftigen Kämpfen verloren die geschwächten "Khmer" zunehmend in immer mehr Provinzen die Kontrolle.
Im Jahre 1238 konnten verbündete siamesische Einheiten unter der Führung von zwei Thai-Fürsten (…Bang Klang Tao und Pha Mung) die "Khmer" aus einer Siedlung vertreiben, die von bedeutender strategischer Wichtigkeit war. Sie erweiterten die eroberte Siedlung und nannten die Stadt Sukhothai. 1249 wurde Bang Klang Tao unter dem Namen Sri Inthrathit zum König gekrönt. Pha Mung übernahm die Aufgaben des Vizekönigs. Sukhothai wurde zur Hauptstadt ernannt (...und blieb es auch für die nächsten 120 Jahre).
Ohne es zu wissen, legten sie damit den Baustein für das erste siamesische Königreich, in dem die eigentliche Geschichte des heute bekannten Thailands begann.
In den folgenden Jahren gewann Sukhothai schnell an Größe, da sich immer mehr Fürstentümer der neuen Macht, die die Khmer vertrieben hatte, anschließen wollten.
1279 bestieg Ramkhamhaeng (siehe rechts) – der jüngste Sohn Sri Inthrathits – nach einem kurzen Intermezzo seines Bruders Banmuang den Thron von Sukhothai. Unter seiner Herrschaft erreichte Sukhothai ungeahnte Größen (...nicht nur im geographischen Sinne):
Mit den nördlicheren Nachbarn wurden wichtige militärische Allianzen zur Abwehr der Mongolen geschlossen. Des weiteren wurde unter Ramkhamhaeng aller Wahrscheinlichkeit nach die Thai-Schrift (...gebildet aus der Schrift der Khmer, der Mon und der Burmesen) ins Leben gerufen und der Theravada-Buddhismus in Thailand etabliert. Malereien, Bildhauereien und Architekturstile aus dieser Epoche gelten noch heute als die reinsten und ursprünglichsten Künste Thailands und hatten Vorbildcharakter für alle folgenden Epochen. Um die Wirtschaft des Reiches zu stärken, baute Ramkhamhaeng ausgiebige Handelsbeziehungen zu China auf. Noch heute wird die Regierungszeit Ramkhamhaengs als das "Goldene Zeitalter" Sukhothais beschrieben. Nach Ramkamhaeng Tod (1307) bestieg sein Sohn Lo Thai den Thron. Doch dieser konnte nicht an die Erfolge des Vaters anknüpfen, und der Stern des Sukhothai-Reiches begann zu sinken.
Nicht unbeteiligt an dieser Entwicklung war vor allem das inzwischen weiter südlich entstandene Königreich Ayutthaya, welches von Anfang an mehr Wert auf autokratische Herrschaftsformen als auf schöne Künste legte, und dadurch immer mächtiger wurde, während Sukhothai immer mehr an Macht verlor. Anfang des 15ten Jahrhunderts war das Reich Sukhothai zu einem unbedeutenden Außenposten Ayutthayas geworden.
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Ankunft am Sukhothai Historical Park:
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Gegen etwa 11:30 Uhr haben wir den Sukhothai Historical Park (...UNESCO Weltkulturerbe) erreicht.
Die Restaurationsarbeiten der Ruinenstadt begannen 1964 und wurden 1988 mit der Einweihung des Parks durch König Bhumibol Adulyadej abgeschlossen. Insgesamt sind ca. 200 Tempelruinen zu besichtigen. Die Fläche innerhalb der Stadtmauern weist eine Größe von etwa 2 km Länge und 1,6 km Breite auf.
Möchtest Du die folgende Grafik über den Sukhothai Historical Park gern in einem größeren Format sehen?
Dann klick hier.
Es gibt drei Möglichkeiten die Anlage zu erkunden:
1. Man lässt sich von seinem Fahrer von Tempelanlage zu Tempelanlage kutschieren (...unser Fahrer war extrem überrascht, als wir diese Möglichkeit dankend ablehnten).
2. Man leiht sich gegen ein geringes Entgeld eins der zahlreiches Fahrräder am Haupteingang und erforscht den Park radelnder Weise.
3. Man verfügt über festes Schuhwerk, eine gute Kondition und viel Zeit – und erkundet alle Tempelanlagen (...innerhalb der Mauern) zu Fuß. Die außerhalb liegenden Tempel sind dafür allerdings teilweise zu weit entfernt.
Wir entscheiden uns für Variante 3.
Kommen wir nun zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten (...sowie einer
Übersichtskarte) des Historical Parks:
• Wat Mahathat:
Dieser – von Sri Inthrathit erbaute – Tempel ist die größte, auffälligste und wichtigste Anlage im Sukhothai Historical Park, da sie das spirituelle Zentrum der Stadt darstellte. Sowohl ein Graben
als auch eine Steinmauer umrahmen die beeindruckende Anlage, deren Mittelpunkt eine riesige Chedi mit Buddhareliquien bildet, die von einer lotusförmigen Spitze gekrönt wird. Einige der zahlreichen kleineren Chedis des Tempels enthalten Überreste der königlichen Familie. Mächtige stehende und sitzende Buddha-Statuen verteilen
sich in allen Richtungen um die große Chedi. In ihrer imposanten Größe wirken sie schon fast wie Wächter, die den umliegenden Komplex aus Säulen, Ruinen von Mondops und Wilhans sowie Teichen mit Lotusblüten beschützen. Doch beim Betrachten der Tafel mit einer Grafik des rekonstruierten Wat Mahathat wird jedem schnell klar, dass es ursprünglich genau umgekehrt war: Damals hatten die Ruinen der Mondops und Vilhans noch Wände und Dächer, und dienten als Schutz und Behausung der – jetzt freistehenden – Buddhastatuen.
• Wat Sa Si:
Nicht weit vom Wat Mahathat befindet sich in nordwestlicher Richtung Wat Sa Si. Der Tempel liegt auf einer kleinen Insel in einem großen Zierteich. Vor dem auffälligsten Gebäude, einer gut erhaltenen Chedi, sitzt eine Buddhastatue zwischen den Säulen einer Gebäuderuine (Abbildung rechts).
• Wat Si Sawai:
Ebenfalls nicht weit vom Wat Mahathat – allerdings in südwestlicher Richtung – befindet sich Wat Si Sawai, eine Tempelanlage, die einst eine brahmanische Kultstätte war (...die Ausgrabungen belegen das), und erst später zu einem
buddhistischen Tempel umfunktioniert wurde. Beeindruckend sind die drei Maiskolben förmigen, nebeneinander angeordneten Prangs im Lopburi-Stil (Abbildung links), von denen der mittlere den rechten und linken überragt.
• Ramkhamhaeng National Museum:
Links vom Khamphaeng Hak Gate, bzw. östlich vom zentralen Wat Mahathat befindet sich das kleine – aber sehr feine! – Museum des
Sukhothai Historical Parks, das 1964 von König Bhumibol Adulyadej persönlich eröffnet wurde.
Wunderschöne Skulpturen, Vasen, Schrifttafeln – sowie ein allgemeiner Überblick über Sukhothais Kunst und Geschichte machen den Besuch auf jeden Fall zu einem lohnenswerten Erlebnis.
Das Museum ist täglich von 09:00 bis 16:00 Uhr geöffnet.
• King Ramkhamhaeng Monument:
Die etwa 2,50 Meter große Bronzestatue von König Ramkhamhaeng wurde 1975 erstellt, und ist eine Erinnerung an den hochverehrten König, dem – wahrscheinlich – die Erschaffung der Thai-Schrift zu verdanken ist.
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Sehenswürdigkeiten außerhalb der Stadtmauern:
• Wat Phra Phai Luang:
Dieser nördlich des Sanluang Gates gelegene – und von einem Teich umgebene – Tempel wurde wahrscheinlich im 12. Jahrhundert unter der Khmer-Herrschaft gebaut. Zu dieser Zeit war er dann wohl auch der wichtigste Tempel Sukhothais. Die meisten Buddha-Statuen der Anlage wurden leider gestohlen.
• Wat Chang Lom:
Der kleine, beeindruckende Tempel befindet sich nordöstlich des Khamphaeng Hak Gates. Besonders faszinierend ist die auf einer
quadratischen Plattform stehende Chedi im singhalesischen Stil, da sie von 36 – im Sockel eingearbeiteten – Elefantenstatuen getragen wird. Eine ähnliche Darstellung einer von Elefanten getragenen Chedi findet man auch in Chiang Mais ältestem Tempel, dem Wat Chiang Man.
• Wat Chetuphon:
Südwestlich des Namo-Gates befindet sich diese – leider stark mitgenommene – Anlage, deren Heiligtum auch nur noch rudimentär vorhanden ist. Dabei handelt es sich um ein Gebäude, das in seinem Inneren vier große Buddhastatuen beherbergte, die in die vier Himmelrichtungen ausgerichtet waren.
Obwohl die Figuren stark beschädigt sind, kann man noch die unterschiedlichen Haltungen bzw. Bewegungen erkennen.
• Wat Si Chum:
Nordwestlich vom Sanluang Gate, bzw. westlich vom Teich des Wat Phra Phai Luang befindet sich dieser imposante Tempel, den man sicherlich zu den absoluten Highlights in Sukhothai zählen muss. Der quadratische Mondop (Gebäude zur Aufbewahrung von Buddhastatuen) enthält eine der beeindruckendsten Buddhastatuen, die ich bisher gesehen habe – den ca. 11 Meter breiten (Knie zu Knie Durchmesser) und 15 Meter hohen Phra Atchana. Angeblich wurde der Mondop nachträglich um die Statue herum gebaut.
• Wat Saphan Hin:
Diese Anlage befindet sich in nordwestlicher Richtung des Or-Gates auf einer Anhöhe ziemlich weit außerhalb der Stadtmauern. Auch in diesem Tempel ist eine große Buddhastatue der Blickfang – der 12 Meter hohe stehende Phra Attharot. Von dem Gebäude, das ihn ursprünglich umgab, besteht nur noch die Rückwand und die Säulen.
Wie man auf der Übersichtskarte unschwer erkennen kann, gibt es noch eine Menge weiterer Tempel, von denen sich der Großteil dann allerdings auf die Gebiete vor die vier Tore der Stadtmauern verteilt. Viele dieser Tempel bestehen dann auch bestenfalls nur noch aus einzelnen Chedis, Säulen oder Ruinen. Doch jeder muss selbst entscheiden, wieviel Kultur er an diesem magischen Ort aufnehmen möchte.
Uns reichts für den heutigen Tag erst mal, denn inzwischen ist es später Nachmittag, und so langsam macht sich eine gewisse Erschöpfung (...in den Beinen) bemerkbar. Wir treffen unseren Fahrer samt Minibus an der vereinbarten Stelle, und lassen uns dankbar – im gekühlten Inneren – in die Sitze sinken.
Glücklich und zufrieden (...und mit hunderten von Fotos im Kasten) machen wir uns wieder auf nach Phitsanulok, wo wir dann im netten Thairestaurant um die Ecke, bei gegrillter Ente und einigen kalten Bieren wieder zu Kräften kommen. Das Leben kann so schön sein!!!
Morgen geht es dann per Zug weiter nach
Chiang Mai.
Die Fotos aus dem Sukhothai Historical Park findest Du nochmal in einem größeren Format in der
Galerie.
Weitere Sehenswürdigkeiten im Norden:
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Der Bhumibol Damm:
Etwa 20 km Kilometer nördlich von Tak, Hauptstadt der gleichnamigen westlichen Nachbarprovinz Sukhothais, liegt
Thailands größter Stausee. Er befindet sich dort im Landkreis Sam Ngao und wird vom Mae Ping gespeist (einem Nebenfluss des Chao Phraya).
Der Baubeginn des Dammes war 1953; die Einweihung erfolgte 1964. Die Staumauer der – nach König Bhumibol Adulyadej benannten – Talsperre hat eine Höhe von ca. 150 Metern und eine Länge von etwa 480 Metern.
Der Bhumibol Damm gehört zum
Mae Ping Nationalpark der nördlich von Tak gelegenen Provinz Lamphun. Wer sich mehr Zeit für die Gegend nehmen möchte, kann dort auch wohnen. Auf der Website werden Floßhäuser in der Nähe des Damms angeboten.
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Huai Kha Khaeng Wildlife Reservat:
Das Naturschutzgebiet liegt etwa 100 km westlich der Provinzhauptstadt Uthai Thani und erschliesst sich über eine Fläche
von ca. 2.780 qkm. Es beinhaltet sowohl Berglandschaften als auch Urwald und Kiefernwald. Leider ist es nicht ganz einfach zu erreichen (...am besten über die Uthai Thani Nong Chang Straße/Autobahn Nr. 333).
Die vielseitige Vegetation des Gebietes stellt einen idealen Lebesraum für seltene und gefährdete Tierarten wie z. B. wilde Büffel, Nashörner, wilde Elefanten, Tapire, Leoparden und andere. Außerdem wird das Areal von Flüssen durchquert, die in dem Srinakharin Damm münden.
Im Dezember 1991 wurde das Huai Kha Khaeng Wildlife Reservat von der UNESCO als Naturdenkmal in die Liste des Welterbes aufgenommen.
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Wat Tha Sung (...auch Wat Chantharam):
Diese mehr als imposante Tempelanlage aus der Ayutthaya Periode befindet sich etwa 6 km ausserhalb der Provinzhauptstadt Uthai Thani – an der Road 3265 zu beiden Seiten der Straße.
1789 baten Dorfbewohner den Mönch Luang Pho Yai als Abt die Leitung des – kurzfristig verlassenen – Tempels zu übernehmen. Dieser nahm an, und begann mit dem Ausbau der heruntergekommenen Anlage.
Nach Luang Pho Yai wurde die Arbeit unter der Leitung des neuen Abtes Phra Ratchaphrom Yan Nen (Luang Pho Ruesi Ling Dam) weitergeführt.
Doch erst Ende des zwanzigsten Jahrhunderts konnte der Kategorie 1 Tempel in einer feierlichen Zeremonie, bei der seine Majestät König Bhumibol Adulyadej den Vorsitz hatte, eröffnet werden.
Entstanden ist eine der – nicht nur flächenmäßig! – größten Tempelanlagen in Nordthailand. Dabei sind Gebäude von derart umwerfend einzigartiger und imposanter Architektur ins Leben gerufen worden, wie ich sie in wesentlich bekannteren Tempeln Thailands bisher noch nicht gesehen habe.
Allen voran wären da Wilhan Kaew mit seiner unbeschreiblichen Kristallhalle sowie Prasart Thongkam – das goldene Schloss zu nennen.
Da Uthai Thani nicht gerade zu den Touristenhochburgen Thailands zählt, strahlt die riesige Tempelanlage die zur Atmosphäre passende Ruhe und Harmonie aus. Vorzüge, die man ja nun leider aufgrund drängender Menschenmassen in so manchen Tempeln in Bangkok oder Chiang Mai schmerzhaft vermisst.
Die Heiligtümer der Anlage sind täglich von 09:00 -11:45 Uhr und 14:00 -16:00 Uhr geöffnet.
Ein paar weitere Fotos aus dem Wat Tha Sung findest Du in der
Galerie.
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Wat Sankat Rattana Khiri:
Eine weitere sehenswerte Tempelanlage befindet in der Provinzhauptstadt Uthai Thani direkt am Fuße des Berges Khao Sakae Krang (...am Ende der Tha Chang Road).
Die Haupthalle beheimatet eine klassische – etwa 1,5 Meter breite – bronzene Buddhastatue aus der Sukhothai Periode. Sie wurde während der Herrschaft von König Lithai angefertigt.
Im Außenbereich der Anlage führt eine Treppe von 449 Stufen bis zur Spitze des Khao Sakae Krang hinauf.
Am Gipfel befindet sich ein Pavillon mit einem mehrfach gestuften Dach, das eine Nachbildung von Lord Buddhas Fußabdruck beinhaltet. Außerdem befindet sich dort eine große bronzene Glocke, die unter der Herrschaft König Rama V. gebaut wurde. Es wird gesagt, dass dies eine heilige Glocke ist – und wer sie noch nie geläutet hat, der hat noch nie die Schönheit der Provinz Uthai Thani mit vollem Bewusstsein gesehen.
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