Gesundheit und Vorsorge:

Niemand hält sich gern in Krankenhäusern auf – vor allen Dingen nicht als Patient im Ausland während des Urlaubs.
Obwohl die gesundheitlichen Risiken in Thailand alles in allem eher gering sind, sollte man auf jeden Fall BEREITS IM VORFELD! der Reise einige Hinweise zur Vorsorge beachten.

01. Reisekrankenversicherung:
Kläre unbedingt vorher mit Deiner Krankenversicherung ab, ob sie im Falle eines Falles die Kosten für eine Notfalloperation im nichteuropäischen Ausland übernehmen würde. Bei vielen Krankenkassen zählt dieses Thema nicht gerade zu den Top 10 auf der Beliebtheitsskala. Sicherer – und daher empfehlenswerter – ist in jedem Fall eine zusätzliche Reisekrankenversicherung. Die ist weltweit gültig, und schon für unter 10,- Euro pro Jahr zu bekommen.

02. Empfohlene Impfungen:
Sprich frühzeitig mit dem Hausarzt Deines Vertrauens über das Thema Impfungen – wenn möglich spätestens ein halbes Jahr vor der Reise.
Parallel dazu kannst Du Dir beim "Reisemedizinischen Zentrum des Bernhard-Nocht-Institutes für Tropenmedizin" diverse Infos einholen.
Generell (...und definitiv nicht nur für Thailand) sind folgende Impfungen empfehlenswert:

Ob Impfungen gegen Hepatitis A (Übertragung durch kontaminierte Lebensmittel oder Wasser), Hepatitis B (Übertragung durch kontaminiertes Blut oder beim Sex) und Tollwut (Übertragung z.B. durch Biss eines infizierten Straßenköters) vorgenommen werden sollten, muss jeder nach dem Arzt-Gespräch für sich selbst entscheiden. Eventuell wird der Kostenfaktor da auch eine gewisse Rolle spielen, denn die meisten Krankenkassen übernehmen nur die Kosten für Tetanus und Polio-Impfungen. Doch sollte man an dieser Stelle sicherlich nicht sparen!

03. Malaria:
Auch bei diesem Thema ist in jedem Fall der Rat eines erfahrenen Tropenmediziners (z.B. "Reisemedizinisches Zentrum des Bernhard-Nocht-Institutes für Tropenmedizin") einzuholen, denn mit Malaria ist nicht zu spassen. Sie wird durch die Speichelflüssigkeit von Moskitos übertragen und führt zu hohem Fieber oder Koma – in einzelnen Fällen sogar zum Tod.
Das Problem ist nur, dass die vorbeugenden Maßnahmen gegen Malaria (...eine Impfung gibt es da noch nicht) auch nicht ohne sind. Eine Prophylaxe mit verschreibungspflichtigen Tabletten, die in der Regel eine Woche vor Reisebeginn einzunehmen sind, kann finstere Nebenwirkungen (Übelkeit, Herzrasen, Depressionen) mit sich bringen.
Da sowohl Bangkok – und die meisten Provinzen in der Zentralregion – als auch die wichtigsten Touristenzentren (Chiang Mai, Phuket, Koh Samui und Pattaya) seit Jahrzehnten praktisch malariafrei sind, sollte man sich gut überlegen, ob eine Malaria-Prophylaxe notwendig ist. In ländlichen Gegenden, besonders in den Bergen des Nordens sowie an fast allen Landesgrenzen Thailands ist die Malaria Gefahr dagegen wesentlich höher.

04. Schutz vor Moskitostichen:
Nicht nur Malaria kann durch Moskitostiche übertragen werden. Auch seltene – aber nicht minder gefährliche – Krankheiten wie Japan-Enzephalitis , oder das seit 2007 (...besonders während der Regenzeit) in ländlichen Regionen Thailands verstärkt auftretende Dengue-Fieber sind auf eine Übertragung durch Stechmücken zurückzuführen.
Wie also kann man sich vor Moskitostichen schützen? 100%tig ist das leider nicht möglich, man kann das Risiko lediglich minimieren. Dazu gehören z.B. folgende Maßnahmen:

05. Durchfall, Vergiftungen:
Zu der Frage ob – und wenn ja wie – Magen- und Darmprobleme vor Ort vermieden werden können, gehen die Meinungen stark auseinander.
Während ein Teil der Südostasien-Reisenden die Meinung vertritt "ich esse, was die Thais essen – und mache mir keine Sorgen wegen europäischer Hygiene-Hysterie", achtet eine andere Fraktion von Reisenden peinlichst genau auf alles, was in Richtung Mund befördert wird. Die richtige Vorgehensweise liegt wahrscheinlich in der Mitte. Jeder sollte das aber für sich selbst entscheiden – und dann auch die Verantwortung für seine Entscheidung übernehmen.
Ich persönlich verzichte hier auf den Verzehr von Fleisch, Fisch, Geflügel und Eiern in roher oder auch halbroher Form. Muscheln und frittierte Dinge stehen ebenfalls nicht auf meinem Speisenplan. Mit dieser Faustregel sind mein Magen/Darmtrakt und ich bisher sehr gut gefahren. Mit der Schärfe habe ich keine Probleme. Aber da hat natürlich jeder seine eigenen Tricks und Regeln – und das ist auch gut so.
Ausserdem kann man die eine oder andere Durchfallerscheinung – bei einer Südostasienreise – mit ruhigem Gewissen als normale Anpassungsreaktion auf Ernährung und Klima deuten.
Falls sich allerdings noch Übelkeit, Erbrechen, Schwindelgefühl und Schüttelkrämpfe/Schweißausbrüche dazu gesellen sollten, steckt mehr dahinter, als ein normaler Durchfall (...oft eine Vergiftung). In einem solchen Falle sollte dann schnellstens ein Arzt konsultiert werden.

06. Reiseapotheke:
Unabhängig von den individuellen Medikamenten, die viele Leute regelmässig einnehmen müssen, sollte eine Reiseapotheke auf jeden Fall die folgenden "Basics" enthalten:

Wer nach seiner Ankunft in Thailand einige Tage in Bangkok verbringt, oder eins der Touristenzentren aufsucht, kann in den dortigen Apotheken prinzipiell die meisten der Medikamente erstehen, die auch in Europa erhältlich sind (...oder zumindest alternative Mittel mit dem gleichen Wirkstoff). Der Großteil der Medikamente ist deutlich billiger, und eine Verschreibungspflicht gibt es in Thailand glücklicherweise nicht. Für den Fall, dass man spezielle Medikamente kaufen möchte, sollte man sich nicht nur den Namen des Mittels sondern vor allem den des Wirkstoffes aufschreiben.

Abschließend noch ein paar Worte zu den Möglichkeiten, die sich im Falle einer notwendigen medizinischen Versorgung in Thailand ergeben:
Krankenhäuser sind nicht nur zuständig bei stationären Behandlungen, sondern auch bei ambulanten. Jedes Krankenhaus verfügt über eine Vielzahl separater kleiner Arztpraxen, die verschiedene – angestellte – Fachärzte beherbergen (...unter anderem auch Zahnärzte). Offiziell werden die Krankenhäuser in zwei Kategorien unterteilt: Staatliche Krankenhäuser und private Krankenhäuser. Passender ist es aber, die Krankenhäuser in drei Kategorien zu unterteilen: Staatliche Krankenhäuser, private Krankenhäuser und Luxus Krankenhäuser.
Des weiteren gibt es natürlich auch selbstständige Ärzte, die ihre eigene Praxis (...nennt man hier Klinik) betreiben. Die Qualitätsunterschiede zwischen den Kliniken sind gewaltig, und machen sich nicht nur in der Ausstattung bemerkbar. Eine "Dorfarzt Klinik" und eine "Hightech Klinik" innerhalb der gleichen Stadt sind in Thailand – in keiner Hinsicht – vergleichbar, denn man erkennt nicht, dass es sich hier um ähnliche Einrichtungen handelt. Häufig ist der Besitzer der einen oder anderen Klinik zusätzlich noch in einem Krankenhaus angestellt, und betreibt die Klinik nebenbei – bzw. nur einige Stunden nach Feierabend.

Alle Modelle haben eins gemein: Nach der Behandlung erhält man die verordnete Medizin und begleicht danach Honorar und Kosten.
Ein Riesen-Problem – für den Patienten – ist dagegen die Tatsache, dass die Arzt-Honorare in Thailand nicht reguliert sind. Sie liegen völlig im Ermessen der selbstständigen Ärzte – bzw. der privaten Krankenhäuser und ihren angestellten Ärzten!
Das kann zu bösen finanziellen Überraschungen führen, wenn man sich vorher nicht genauestens nach den Kosten erkundigt. Und das gilt vor allem für Ausländer, denn für die wird leider recht häufig (...bei freien Kliniken und privaten Krankenhäusern) von vornherein ein anderes Preisniveau angesetzt als bei Thailändern. In den staatlichen Krankenhäusern wird dagegen äußerst selten mit unterschiedlichen Preisen gearbeitet.
(Abbildung unten: Das bekannte staatliche "Sirikit-Naval-Hospital" in Sattahip hat ein sehr gutes Image.)

Fazit: Im Regelfall ist die medizinische Versorgung sowohl in den staatlichen als auch in den privaten Krankenhäusern gut. Das Equipment ist in den privaten oft moderner und professioneller als in den staatlichen, die Preise allerdings dementsprechend höher. Der Dorfarzt sollte nur aufgesucht werden, wenn keine andere Möglichkeit besteht. Die HighTech Kliniken und die Luxus Krankenhäuser sind noch mal eine Stufe teurer als die privaten Krankenhäuser. Vor einer größeren Behandlung sollte man sich immer nach den Kosten erkundigen!

Zum Schluss noch ein wirklich nützlicher Link:
Eine aufwendige Liste mit Ärzten und Krankenhäusern in ganz Thailand, findet man auf den Seiten der Deutschen Botschaft in Bangkok. Sie steht dort als kostenloser PDF-Download unter "Hilfe in Notfällen" –> "Krankheit/Unfall" –> "Ärzteliste" zur Verfügung. Zugreifen!

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