Letztlich fiel mir eine Postkarte aus einem alten Fotoalbum in die Hände, die ich Ende der 90er Jahre in Portugal erstanden hatte. Ich hatte die Karte zu den Fotos ins Album gelegt und danach vergessen. Auf der Karte ist ein Himmel abgebildet, der sich nach unten dunkel färbt und folgenden Text beinhaltet:
Damals war ich von dem Inhalt der Karte so angetan, dass ich ihn mir wahrscheinlich sogar auf den Rücken hätte tätowieren lassen – falls ich Lust auf ein weiteres Tattoo gehabt hätte. Zum Glück hatte ich das nicht, denn um so länger ich in Thailand lebe, um so mehr komme ich zu der Erkenntnis, dass jeder Versuch, die Mentalität der Menschen eines anderen Landes zu beschreiben, einen gravierenden Nachteil hat:
Er kann niemals objektiv sein, da die Wahrnehmung immer durch die stereotype Sichtweise der eigenen kulturellen Prägung beeinflusst wird. Eine weitere Verfälschung der Beurteilung entsteht zusätzlich noch durch die individuell unterschiedlichen Geschmäcker und Toleranzgrenzen der Betrachter.
Sollte man daher als Ausländer Beschreibungen über Werte, Lebensweise und Traditionen eines Volkes besser unterlassen? Es spräche sicherlich einiges dafür, denn die meisten Völker können die Eigenarten, die ihnen von Ausländern nachgesagt werden, selbst so gar nicht nachvollziehen. Die Thais bilden da keine Ausnahme – lassen sich selbst aber ebenfalls gern von Vorurteilen bei der Beurteilung westlicher Ausländer (Farangs) steuern.
Auf der anderen Seite haben Ausführungen dieser Art nicht den Anspruch einer wissenschaftlich belegten Arbeit, sondern sind eher als eine Art Erlebnisbericht zu betrachten.
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Die Beschreibungen über die Verhaltensweisen der Thais basieren sowohl auf den Erfahrungen in unserer Wahlheimat Thailand, als auch auf Gesprächen mit Thais und Ausländern in ländlichen und städtischen Gegenden verschiedener Regionen des Landes. Das zusätzliche Einbeziehen kompetenter Fachliteratur und Netz-Recherche ist dabei selbstverständlich.
Sicherlich werden nicht alle Besucher dieser Seiten unsere Schilderungen bestätigen können – und so sollte es auch sein, denn die Geschmäcker sind nun mal verschieden. Jeder hat das Recht auf eine eigene Sicht der Dinge, doch niemand sollte behaupten, sie wäre objektiv.
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Darüber hinaus können die folgenden Ausführungen über diverse Werte und Lebensweisen der Thais nur als Crashkurs im Schnelldurchlauf betrachtet werden. Die Platzierung von Fettnäpfen wird sich – bei der ersten Thailandreise – daher wohl kaum 100%tig verhindern lassen.
Aber Kopf hoch, die Thais sind in vielen Dingen (...allerdings nicht in allen!) tolerant – und "learning by doing" ist eh spannender und effektiver als "learning by reading".
Und nie vergessen:
Die Welt des Farangs (westlicher Ausländer) erscheint einem Thai mindestens genauso mysteriös, wie dem Farang die Welt des Thai.
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