
Neben Alkohol und Drogen, stellen illegale Wetten und Glücksspiele in Thailand ein ernsthaftes Problem dar, das nicht nur Jahr für Jahr viele Familien in den Ruin treibt, sondern auch immer mehr Todesopfer fordert. Die Opfer bringen sich häufig aus Verzweiflung
selbst um, oder werden von bezahlten Killern privater Geldverleiher nach der X-ten versäumten Rückzahlung liquidiert. Diese Hinrichtungen werden oft – als Warnung für andere Schuldner – bewusst effektvoll in Szene gesetzt.
Beliebt sind bei den Thais neben Würfel- und Kartenspielen vor allem Wetten (...z.B. Fußball-Wetten um die wöchentlichen Sieger der englischen Premier League). Dabei kann man die aktiven spielenden und wettenden Thais keineswegs auf eine bestimmte soziale Schicht beschränken.
Doch trifft es natürlich vor allem die kleinen Leute, deren Einkommen knapp über dem gesetzlichen Mindestlohn liegt. Nach den ersten verlorenen Wetten leihen sie sich Geld von
Familienangehörigen und Freunden, danach von Mitarbeitern – und wenn nichts mehr geht bleiben nur noch die privaten Geldverleiher. Letztere sind dann häufig der Anfang vom Ende, denn wenn die ersten Warnungen (nach nicht erfolgten Rückzahlungen) keinen Erfolg zeigen, wird der Druck systematisch verschärft.
Das mag zwar alles klingen, als stamme es aus der Feder eines Autors – der gerade ein Drehbuch für ein "Yakuza" B-Movie schreibt – entspricht aber leider der Realität. Nachrichten, wie die folgende, sind in den thailändischen Medien zwar nicht an der Tagesordnung, aber auch keine Seltenheit:
"...Der Kanal 7 Reporter Santi Lameneenil wurde gestern gefesselt – und mit verbundenen Augen – in seinem Wagen mit 2 Kopfschüssen aus kurzer Entfernung hingerichtet. Die Polizei vermutet, dass die hohen Spielschulden des Reporters der Grund für die Tat gewesen sein könnten..."
Bei den jüngeren (männlichen) Thais macht sich seit Jahren die Sucht nach Computergames bemerkbar. Diese – aus Japan, den USA und Europa – importierte Form der Spielsucht nimmt auch hier bei vielen Kids kritische Formen an. Beliebt sind bei den Thai-Kids natürlich auch die (...in Europa kontrovers diskutierten) Metzel- und Ballerspiele. Da die wenigsten Kids über eigene Hard- und Software verfügen, schießen überall Shops aus dem Boden, in denen von morgens bis nachts vor der Glotze geballert werden kann.
Man kann nur hoffen, dass hier nicht die Fußball-Wetten Plazierer von morgen heranwachsen.
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