
Thais sind nicht nur extrem reinliche Menschen, sondern sie achten auch in verstärktem Maße auf ihr Äußeres. Perfekt gebügelte und gestärkte Arbeitsuniformen, Hemden und Blusen sind auch in einfachen Berufen eine Selbstverständlichkeit. Bei der Landbevölkerung wird das natürlich wesentlich unkomplizierter gehandhabt. Hier beschränkt man sich in der Regel auf zweckmäßige Kleidung, die bei der Arbeit nicht hinderlich ist.
Da in Thailand der soziale Status einer Person in erster Linie durch das äußere Erscheinungsbild repräsentiert wird, ist es (zumindest in den Städten) undenkbar, sich als Person von Rang und Namen in einfachem Jeans/T-Shirt Outfit in der Öffentlichkeit zu zeigen.
Uniformen sind nicht nur bei Soldaten an der Tagesordnung, sondern werden auch von allen Beamten des öffentlichen Dienstes, sowie von Schülern und Studenten getragen. Während man die Schuluniformen der lieben Kleinen noch durchaus als niedlich bezeichnen darf, haben die Uniformen der Beamten (...und speziell die der Polizei) eher einen martialischen Charakter. Wie bei zahlreichen Kleidungsstücken in Thailand scheint auch bei den Polizei-Uniformen die Optik weit über der Zweckmäßigkeit zu stehen, denn es wird wohl niemand ernsthaft behaupten wollen, dass eine Uniform, die sich eng wie ein Spiderman-Kostüm an den Körper schmiegt, zu den hiesigen – tropischen – Temperaturen passen würde.
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Viele Thailänder verfügen über eine ausgeprägte Eitelkeit, die sich keineswegs nur auf das Tragen moderner Kleidung beschränkt.
Die Männer halten sich da noch einigermassen zurück. Bei ihnen äußert sich die Eitelkeit eigentlich nur beim Umgang mit Ihrer geliebten Haarpracht, denn sobald mit 35 oder 40 das erste graue Haar erscheint, wird zum Farbtopf gegriffen. Graue Schläfen unter 60 sind bei vielen Thai-Männern indiskutabel!
Spärlicher Haarwuchs ist dagegen wesentlich problematischer, denn für einen Thai-Mann kommt das schon fast einer Behinderung gleich. Vor allem ist er in den Möglichkeiten zur Lösung des Problems, wesentlich eingeschränkter als der männliche Farang, der in einem solchen Falle häufig die "0-1mm-Lösung" wählt (...so wie ich selbst). Das ist aber für einen normalen Thai über 35 leider indiskutabel, da diese Frisur in Thailand nur Mönchen und jungen Männern vorbehalten ist. Daher wird dann sehr oft die "Scheitel über dem Ohr" Variante gewählt, mit der der Betroffene zwar alles andere als gut aussieht – zumindest aber glücklich sein Gesicht wahren kann.
Wesentlich komplizierter ist das mit der Eitelkeit bei den Thai-Frauen, denn sie eifern tragischerweise einem Schönheitsideal nach, welches nicht ihrer natürlichen Schönheit entspricht.
Im Klartext heißt das: Thai-Frauen möchten nicht so aussehen, wie sie eigentlich aussehen (...was sicherlich nicht nur ich sehr bedauerlich finde).
Sie leiden vor allem unter ihrer wunderschönen zartbraunen Haut, da sie das für ein Merkmal der Unterschicht halten. Des weiteren mögen sie ihre Nasen und Lippen nicht, weil die eben von Natur aus nicht so spitz wie die von Pinocchio sind.
Bedauerlicherweise haben Medizin und Kosmetik die Unzufriedenheit der Thai-Frauen bezüglich ihres Aussehens erkannt, und dementsprechend einen gigantischen Markt aus dem Boden gestampft, der den unglücklichen Frauen Hilfe auf verschiedenen Ebenen anbietet.
Diese Hilfe besteht zum einen Teil aus plastischer Chirurgie – was in Thailand so gut läuft, dass die Kliniken für Schönheitsoperationen in den größeren Städten wie Pilze aus dem Boden schießen.
Die absoluten Renner sind aber sogenannte "Whitener" bzw. "Whitening" Produkte, die eine Hautpflege in Verbindung mit Bleichung versprechen, und inzwischen von fast allen namenhaften, internationalen Kosmetikfirmen in Thailand angeboten werden.
Die thailändische Kosmetik-Firma "Cleo Pretty" legt dann noch einen drauf, und bietet – passend zum frisch gebleichten Michael Jackson Outfit – eine "Pink Nipple Creme" an (...kein Witz!!!).
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Über die gesundheitlichen Risiken bei der Anwendung preiswerterer "Whitener" bzw. "Whitening" Produkte – die in Thailand überwiegend auf Wochenmärkten verkauft werden – möchte ich nicht lange referieren, sondern lieber auf den Weltspiegel-Bericht
"Gefährlicher Schönheitswahn" verweisen.
Schuld an diesem fehlgeleiteten Streben der Thai-Frauen sind zum einen die Thai-Männer, die eben genau dieses "nicht thai-typische Schönheitsideal" favorisieren – und zum anderen die thailändischen Medien, die selbiges mit Reichtum und Erfolg assoziieren.
Es ist wirklich kaum zu glauben, welch billige Klischees die meisten Thai-Fernsehsender in ihren selbst produzierten – und hochgradig beliebten! – Miniserien zur besten Sendezeit ihrem (hauptsächlich weiblichen) Publikum präsentieren:
Während die komplette Garde der Hauptdarsteller/innen (die in den Serien in Schlössern wohnen und hochkarätige Sportwagen fahren) wie hellhäutige Fotomodells europäisch/chinesischer Abstammung aussehen (...siehe die Abbildungen ganz oben) – sehen deren Hausangestellte allesamt wie braungebrannte Landarbeiter thailändisch/laotischer Abstammung aus.
Den Vogel schießt dann noch die amerikanische Firma Pond's mit ihrem letzten Thailand-Werbespot für eine Whitening-Hautcreme ab:
Darin wird eine bildschöne junge Thailänderin von ihrem Freund wegen einer (wir ahnen es bereits...) wesentlich hellhäutigeren Thai verlassen. Bei düsteren Bildern und dramatischer Musik entdeckt sie im Schaufenster eines Kosmetik Geschäftes die neue Pond's Whitening-Hautcreme – und erkennt unter Tränen, dass sie die Trennung mit Pond's Hilfe hätte vermeiden können.
Spots wie dieser, bearbeiten die Gefühle auf einem ähnlichen Niveau wie so mancher Hollywood-Blockbuster – allerdings meine ich mich erinnern zu können, dass Hollywood-Kitschfilme immer ein "Happy-End" haben, oder?
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